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Dessous, Pralinen und Besenwirtschaft


Obwohl sich einige Damen noch gerne auf dem Golfplatz trafen, weil es Witterung und Platzverhältnisse in diesem Jahr auch Mitte November noch möglich machten, ist das Winterprogramm der DAGOs schon in vollem Gange. Zur ersten Veranstaltung traf man sich im Haus der Geschichte in Stuttgart, um sich mit dem zu beschäftigen, was man auf nackter Haut trägt. Am 17. November war Plochingen, die kleine Stadt am Zusammenfluss von Neckar und Fils, das Ziel der Golferinnen.

 

Einige der Besucherinnen haben das Städtle noch nie besucht und waren entsprechend überrascht, was Plochingen so alles zu bieten hat. Da gibt es ein von Tomi Ungerer entworfenes öffentliches WC-Häuschen und ein Wohn- und Geschäftsviertel, das kein Geringerer als Friedensreich Hundertwasser mit seinen typisch farbenfrohen, verspielten Elementen gestaltet hat. Die ehemalige Durchgangsstraße, heute eine gemütliche Fußgängerzone, bietet obendrein hübsche Fachwerkhäuser, die teilweise sogar ursprünglich an einem anderen Ort gestanden haben, wie das Rathaus. Vom Stadtführer hervorgehoben wurde natürlich auch, dass Plochingen eine Hafenstadt ist. Während man allerdings in Hamburg oder Bremen ,,Schiff ahoi“ sagt, heißt es in Plochingen ,,Hoi a Schiff“.

 

Vor der Stadtführung hatten sich die Damen zu einer Tasse Kaffee und einer kleinen Auswahl wundervoller Pralinen in einem für Schleckermäuler äußerst verführerischen Schoko-Lädle getroffen. Zum Rathaus und dem ältesten Gebäude der Stadt und der aus dem Jahr 1328 erstmals erwähnten Ottilienkapelle, waren es vom Schoko-Lädle nur wenige Schritte. Der kleine Spaziergang bis zum beeindruckenden Hundertwasser-Viertel führte die Ausflüglerinnen dann zur Besenwirtschaft, die mitten in der Stadt im geschichtsträchtigen Graf`schen Haus zu finden ist. Christine Gessert, die Betreiberin, ist den Damen bekannt, sie ist die Ladies-Captain von Bad Überkingen. Ein unterhaltsamer Nachmittag klang mit dem Besenbesuch fröhlich aus.

 

Sowohl mit Reizwäsche, Rüschen und Spitzen als auch mit den Unaussprechlichen hatten sich die DAGOs im Haus der Geschichte eingehend beschäftigt. Die Historie der Unterwäsche, so wurde während einer interessanten Führung durch die derzeitige Ausstellung klar, ist eng mit der Geschichte Württembergs verwoben. Und welches Material wir und unsere Vorfahren auf nackter Haut getragen haben, das hing auch damit zusammen, ob Krieg oder Frieden herrschte. Die gut ausschauende, aber wenig zweckmäßige Kunstseide musste herhalten, weil Wolle und Baumwolle den Soldaten vorbehalten blieben und da auch Devisen kostend, nur noch sparsam verwendet werden durften.

 

Die Kölner Schauspielerin Sonja Kargel traf mit ihrer köstlichen Lesung den Nerv des amüsierten Publikums. Ihr gelang ein erfrischender Streifzug durch die Literatur über das Darunter und frivole Dessous, vom Korsett übers Mieder bis zu BH und String. Um viele Eindrücke reicher traten die DAGOs nach diesem Abend die Heimreise an



(Beitrag von Inge Mierke)