AK50/1 Ligaspieltag aus der Sicht eines Caddys

Da war er also, der letzte Spieltag auf der verheißungsvollen Baustelle des GCKWs.

Und vom 1. Abschlag an war klar, dass dies unsere Abschiedsrunde aus der 1. Liga sein wird. Selbst ein noch so großes und unwahrscheinliches Golfwunder hätte den Ligaverbleib  nicht ermöglichen können.
Doch eben genau dieses Wunder verbrachte ein schon fast mit uns abgestiegenes Team. Wahrscheinlich waren sie selbst am meisten davon überrascht. Doch dazu später mehr.

Der Planet meinte es wieder mehr als gut für uns Golferlein und brannte hemmungslos hernieder. Sehr zum Leidwesen der armen Greenkeeper und des Geschäftsführers unserer Anlage.

Man könnte fast meinen, dass kaum, nachdem die neuen Teiche ausgebuddelt waren, Helios der Sonnengott, sich an dem Anblick der großen schwarzen Löcher so erfreute, dass er seinem Kumpel, dem Regengott Zeus verbot, die Dinger zu füllen.

Der Geschichtenschreiber und gelegentliche Spieler der AK50/1 war diesmal als Caddy von Sreto Ristic eingeteilt worden. Man kann ja schließlich nicht immer Glück haben.
Aber er war dadurch in der Lage, mal so einen Spieltag aus der anderen Perspektive zu betrachten.

Und oh ja, das hat auch seinen Reiz. Als Freund des zivilisierten Golfspiels war es mal wieder interessant, lange nicht gehörten Schimpfwörtern und Beleidigungen zu lauschen. Selbstverständlich an die eigene Person gerichtet.
Aus anderem Mund gesprochen hätte das bestimmt zivilrechtliche Konsequenzen zur Folge gehabt.

Nach 18 gespielten Löchern und 20 geleerten Wasserflaschen pro Spieler und pro Caddy, erkannte der erfahrene Golfer beim Verlassen des 18. Grüns sofort, dass unserem Kapitän Zvonko eine außergewöhnliche Runde gelungen war.

Ähnlich wie Miguel Àngel Jiménez, nuckelte  er  an einer extra dicken Zigarre und hüllte damit die gesamte Terrasse in dichten Nebel.

Bei einer von ihm  gespielten 77 aber auch mehr als verständlich und somit verzeihbar.

Durch die mit überwiegend gut gelaunten Ligaspiel-Teilnehmern gefüllte Außengastronomie waberte ein bisschen der Geist von Euphorie, den Tag unbeschadet überstanden zu haben, als auch von Trennungsschmerz, mit den inzwischen lieb gewonnenen Golfkameraden zweier Teams, zukünftig nicht mehr batteln zu können.  Eine ganz  besondere Atmosphäre eben.

Und dazu passte dann natürlich auch die Ergebnisverkündung von Miguel Àngel Ji…äh Zvonko Matesic.

Unsere Golffreunde vom Haghof schafften die Sensation des Spieltages und gewannen überlegen vor den Überfliegern von der Solitude.

Somit erreichten sie das eigentlich Unmögliche und schmuggelten sich noch an Niederreutin vorbei. Sie sicherten sich dabei mit einem winzigen Punkt Vorsprung den Klassenerhalt.
Ganz herzlichen Glückwunsch dazu von unserer Seite.

Noch ein abschließendes Wort vom Ristic-Caddy.

Wir waren ein insgesamt stabil-harmonisches Tandem.

Mit Ausnahme vielleicht von der Spielbahn 13. Da kollidierten unsere Interessen.

Sreto wollte nach 2 perfekten Schlägen das Eagle oder mindestens das Birdie. Sein Caddy wollte die leckeren Zwetschgen am Fairway-Rand. Heraus kam das Par beim Spieler und ein gut gefüllter Beutel beim Caddy, mit möglicher Aussicht auf einen Zwetschenkuchen.

Ab Bahn 15, nach einem weiteren 3-Putt an der 14, versöhnten wir uns wieder und er beendete die Runde mit hervorragenden 78 Schlägen.

Des weiteren unbedingt erwägenswert ist natürlich noch die klasse 78 von Jochen König. Ein weiterer hitzeresistenter Spieler in unserem Team. Übrigens auch mit Caddy unterwegs.

So gehen wir nun ob des Abstiegs etwas wehmütig in die ferne Winterpause und versuchen mit Unterstützung des neuen Trainerteams im GCKW und möglichen Neuzugängen aus der AK30 den erneuten Aufstieg in die oberste Liga anzupeilen.

Am 05.09.2026 hat übrigens die AK50/2 als aktueller Tabellenführer beim ebenfalls letzten Heimspiel in Liga 3 die Chance, ebenso 2027 in der 2. Liga aufzuteen. So wie dann ihre großen Vorbilder aus der AK50/1. Das soll jetzt aber kein Buhlen um Caddys sein.

Weitere Ergebnisse unserer schweißgebadeten Athleten waren:

Oliver Herrmann 85,
Thomas Kazich 87 und
Mark Bauer 91.

Ein großes Dankeschön geht raus an den AK 50-Hof-Photographen Michael Kalmbach für seine tollen, lebendigen Schnappschüsse.

Bericht Dr. Hans-Dieter Müller